Liesels Artikel

Wikipedia-Fork gut oder schlecht?

5. November 2009 · Kommentar schreiben

Derzeit kommt ja von verschiedenen Seiten, die Idee eines Wikipedia-Forkes, der weitgehend auf Relevanzkriterien verzichtet und stattdessen mehr Artikel erwartet.

Was wäre die Konsequenz für die bisherige Wikipedia?

Die bisherigen Forks haben bisher gezeigt, dass es das Problem Nummer 1 ist, genügend Mitarbeiter zu begeistern die beständig mitarbeiten. Eine fluktuierende Mitarbeiterschaft bringt ständig Veränderung aber auch ständige Diskussionen, aber auch die Gefahr dass bestimmte Sachen nicht getan werden.

So ein Wiki muss also erstmal eine kritische Masse erreichen, damit die täglichen Wartungsarbeiten zuverlässig erledigt werden können.

Ich sehe deshalb erst einmal kurzfristig keine Gefahr für die Wikipedia. Sollte ein Fork wirklich erfolgreich sein, könnten sich zwei Szenarien entwickeln.

Die eine Möglichkeit wäre eine noch elitärere Aufstellung der Wikipedia mit einer noch strengeren Abgrenzung was Mitarbeiter und Artikelgegenstände betrifft. Eine solche Entwicklung halte ich jedoch für kontraproduktiv, da dies Mitarbeiter aus dem Projekt drängt, auch solche die relevante Themen bearbeiten.

Die andere Möglichkeit wäre die, dass sich die Wikipedia in die andere Richtung entwickelt und noch offener wird. Hier wäre dann die Problematik, dass man eventuell einem Trend hinterher läuft.

Voraussetzung für alle diese Gedankenspiele ist jedoch, dass ein Fork gegenüber der Wikipedia wirklich konkurrenzfähig ist. Eine irgendwie geartete Variante von Deletionpedia, Wikiwaste oder wie auch immer wird dies nicht sein. Es gehört mehr dazu, als nur gelöschte Artikel zu sammeln.

Außerdem muss man, wenn man wirklich erfolgreich sein will, von den vielen Spezialwikis Benutzer abwerben. Ob diese freiwillig, eine gut funktionierende kleine Community verlassen und sich auf das Abenteuer einer nicht skalierenden unübersichtlichen Gemeinschaft einlassen, ist mehr als fraglich.

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Herrn Kompas Unsinn

4. November 2009 · Kommentar schreiben

Markus Kompa meint zu wissen, warum die Wikipedia keinen Fork zu lassen will.

Da wird die Wikipedia schon mal schnell auf die Löschdiskussionen reduziert. Wer natürlich so einen begrenzten blickwinkel hat, bemerkt dabei gar nicht, dass trotzdem täglich rund 400 – 500 Artikel eingestellt werden. Über die unzähligen Verbesserungen und Aktualisierungen wollen wir gar nicht reden. Wenn man natürlich so schnell dabei ist, andere Menschen pauschal abzuqualifizieren, muss man sich nicht wundern, wenn diese solche Statements wie die von Herrn Kampa gar nicht ernstnehmen.

Hier kann man nur erkennen, dass Herr Kompa die Realität in der Wikipedia in keinster Weise wahrnimmt. Auch in einem coolen neuen Flügel des Wissens werden sich die Experten nicht lange aufhalten. Irgendwann kommen dann die Allesbesserwisser, die den Experten keinerlei Glauben schenken und diese solange in Diskussionen verwickeln bis diese entnervt aufgeben.

Das Problem wird nicht durch mehr Freiheit gelöst. Der Experte will in seinem Bereich unter seinesgleichen sein und sich nicht von anderen Laien und Halbiwssenden reinreden lassen.

Aber vielleicht ist die Gründung einer Omnipedia gar nicht schlecht. Da können die Meckersäcke, Weltverschwörer endlich die Plattform finden, die sie schon immer gesucht haben.

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„Wikipedia-Zanker“

30. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

Wikipedia-Zanker

Eben und damit Wikipedia kein Internet 2.0 wird und auch Google noch eine Existenzberechtigung außerhalb einer Wikipedia-Suche hat, gibt es Relevanzkriterien.

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Der Kluge ist der Dumme

28. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

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NS 999 – die amerikanische Akkulok

27. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

Die Norfolk Southern hat am 28.09.2009 die in den eigenen Werkstätten Juniata Locomotive Shop in Altoona (Pennsylvania) hergestellte Akku-Rangierlok in Betrieb genommen.

Die Lok leistet rund 1500 hp und soll als Rangierlok eingesetzt werden. Für die Entwicklung der Lok erhielt die NS rund 1,3 Millionen Dollar Fördergelder von der Bundesregierung.

Die Lokomotive besitzt 1080 12-Volt-Batterien. Zusätzlich kann die Bremsenergie der dynamischen Bremsen zur Batterieladung genutzt werden.

http://www.nscorp.com/nscportal/nscorp/Media/News%20Releases/2009/batteries.html

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Ist die Wikipedia erpressbar?

22. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

Ja, Wikipedia ist erpressbar. Was Gerichtsurteile und einstweilige Verfügungen nicht schaffen, gelingt einzig durch die Mobilisierung von ein paar Kumpels.

Du oder dein Verein stehen nicht in der Wikipedia? Kein Problem! Hetze in einigen Blogs oder Foren gegen die Wikipedia, gegen die grenzdebilen Admins und Blockwarte, beschimpfe sie als Nazis und Faschisten und schnell hast du Aufmerksamkeit gewonnen.

Am besten jetzt noch einen unbelegten, parteiischen Artikel in der Wikipedia einstellen, der gute Chancen hat, auf der Löschdiskussion zu landen. Nun kannst du jetzt deine ganzen Kumpels auf diesen Ziel fixieren.

Da mittels Twitter, Blogs etc. die Welle schön weitergeschickt werden kann, wirst du am Ende dein Ziel erreichen.

Du hast einen Eintrag in der Wikipedia.

Heute ist es irgend eine internetaffine Graswurzelbewegung. Morgen sind es dann Parteien, Lobbyorganisationen und Unternehmen, die sich dieser Mittel bedienen.

Mit einer neutralen Enzyklopädie hat das nichts mehr zu tun. Nur noch mit einer Internetseite, wo derjenige am prominentesten ist, der am lautesten schreit.

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Relevanzkriterien, wieder mal!

29. Juli 2009 · Kommentar schreiben

In der Wikipedia tobt wieder mal ein kleiner Krieg um die Relevanzkriterien. Diesmal geht es um Eisenbahnunternehmen. Da diese Diskussion noch mit Busunternehmen vermischt wird, macht die Situation nicht einfacher.

Zum einem ist festzustellen, dass der straßengebundene Personen- und Güterverkehr unter ganz anderen Voraussetzungen stattfindet als der schienengebundene. Im Straßenverkehr sind die wichtigsten Infrastruktureinrichtungen in öffentlicher Hand und können von den Leistungserbringern kostenlos oder gegen ein bestimmtes Entgelt (Maut) benutzt werden. Die Zulassung als Personen- und Güterverkehrsdienstleister setzt eine Genehmigung voraus, die an bestimmte Voraussetzungen geknüpft ist (§13 PBefG, § 3 GüKG). Beim Personenverkehr sind hier die Genehmigungsvoraussetzungen insbesondere bei Straßenbahnen, Obussen und Kraftverkehr im Linienverkehr an die Verkehrsnotwendigkeiten und den Bedarf ausgerichtet. Der größte Teil der Verkehrsleitungen wird heute von der öffentlichen Hand ausgeschrieben. Die Leistungen werden ausgeschrieben, weil die öffentliche Hand im Endeffekt die Verluste der Unternehmen zahlt. Wer also in Eigenregie Leistungen anbietet, muss die Kosten selber tragen.

Beim Schienenverkehr ist die Situation anders. Die Infrastruktur ist hier in der Hand einer juristischen Person, die den Zugang zum Netz regelt. Dieser Netzzugang kann durch Gesetze oder durch Verträge geregelt werden. In Europa, wo die Netze mehr oder weniger einem Unternehmen gehören, stellt sich die Situation etwas anders dar, als z.B. in Nordamerika.

Auf der einen Seite gibt es Eisenbahnunternehmen die im Besitz der Infrastruktur sind, andere haben diese Infrastruktur gepachtet (von einem anderen Unternehmen oder der öffentlichen Hand). Dann gibt es noch Unternehmen die nicht über eine eigene Infrastruktur verfügen und nur Verkehrsleistungen anbieten.

Wie sollen nun diese verschiedenen Formen vergleichbar und gleich behandelt werden? Sollen Infrastrukturunternehmen automatisch relevant sein?

Die Unterstellung, dass Infrastruktur automatisch Grundversorgung darstellt ist falsch. Die Definition von Grundversorgung ist ein rein politischer Akt. Heute kann es heissen, die Eisenbahn ist wichtige Infrastruktur und morgen kommt die Erkenntnis, dass Straßen alleine ausreichend sind. Somit ist ein Abstellen auf die Infrastruktur eine ungeeignetes Instrument. Man könnte in diesem Zusammenhang noch argumentieren, dass man anhand der Finanzierung entscheidet, was Grundversorgung ist und was nicht. In diesem Sinne wären mit öffentlichen Mitteln finanzierte Unternehmen relevant und die anderen nicht. Zum Vergleich: die Northern Pacific wäre dann relevant, die Great Northern nicht. Außerdem wäre es schwierig zu erklären, warum ein Unternehmen, dass eine Bahnstrecke mit 10 km länge mit 2 Lokomotiven betreibt relevanter ist, als ein Unternehmen mit 10 Loks welches regelmäßig eine bestimmte Zugleistung erbringt.

Es ist also nicht möglich eine Trennung zwischen Infrastruktur- und Verkehrsunternehmen einzuführen.

Könnte man an Hand der Streckenlänge, Fahrzeugpark, angebotene Leistung eine Relevanz festlegen. Ja könnte man. Mit der Festlegung solcher Kriterien handelt man rein willkürlich und subjektiv. Die Kriterien basieren nicht auf objektiven Einschätzungen sondern auf die Vorlieben desjenigen der die Regeln festschreibt. Unter Umständen kann es zu einem Missverhältnis bei den einzelnen Kriterien kommen. Als Alternative könnte man die einzelnen Kriterien auch kombinieren. Am Ende hat man dann aber eine bürokratische Regelung, die nicht auf Grund der Realität festgesetzt wurde, sondern rein aus wikipedianischer Willkür. Überspitzt gesagt, etwas ist nicht relevant, weil es nicht relevant ist, sondern weil es die WP-Regeln so festlegen.

Zusätzlich wird jetzt noch versucht, eine Trennung zwischen Güter- und Personenschienenverkehr einzuführen. Diese Trennung sieht aus DACH-Sicht relativ sinnvoll aus, da hier der Personenverkehr dominiert und im Güterverkehr eine große Gesellschaft vorherrscht. Der Rest wird von einigen kleinen Anbietern abgewickelt. Ganz anders sieht es in den USA aus. Hier ist die Infrastruktur fest mit dem Verkehrsanbieter verbunden. Somit kann man auch nicht sagen, dass die Strecke Grundversorgung darstellt. Lehnt man nämlich den Begriff Grundversorgung für den Güterverkehr ab, dann hat die betreffende Infrastrukur auch keinen Grundversorgungscharakter.

Eine Begründung, warum Güterbahnen irrelevant sein sollen, wird bisher nicht geliefert.

Somit ist festzustellen, dass allein auf Grund der DACH-Sicht ein schiefes Bild der Unternehmensstrukturen im Bahnbereich gezeichnet werden soll, in dem einzelne Leistungsanbieter vorsätzlich ausgeschlossen werden sollen.

Mit so einer Einstellung und Sichtweise ist eine neutrale Enzyklopädie nicht machbar.

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Henry Surtees ist tot.

20. Juli 2009 · Kommentar schreiben

Gestern beim zappen zwischen MotoGP und Tour de France nur noch gesehen, dass es in Brands Hatch einen schweren Unfall gab.

Weitere Recherchen im Netz zeigten dann den Einschlag des Rades. Da im weiteren Verlauf des Abend keine weitere Nachrichten kamen, befürchtete ich schon das schlimmste.

Heute morgen konnte ich es dann lesen. Henry Surtees, Sohn der Motorsportlegende John Surtees ist tot. So schnell kann es gehen. Auch wenn immer wieder geschrieben wird, wie sicher der Motorsport ist. Es ist und bleibt eine gefährliche Art der Lebensgestaltung.

Christian Eichenberger schreibt in der msa vom 21. Juli 2009 dazu:

Dass sein Dad, der in seiner Karriere von schweren Unfällen verschont blieb, jedoch viele Wegbegleiter zu Grabe tragen musste, nun seinen eigenen Sohn verloren hat, ist schier unfassbar.

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Schöne neue Welt?

29. April 2009 · Kommentar schreiben

Auch ein Grund bei Wikipedia mitzumachen.

Dan Halberts Weg nach Tycho

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Go Transit

29. April 2009 · Kommentar schreiben

Urheber:GTD Aquitaine, Lizenz: Public domain

Urheber:GTD Aquitaine, Lizenz: Public domain

Der Wikipedia-Artikel GO Transit ist ein schöner kleiner Stub. Bedauerlich ist jedoch, dass er nur so von Fehlern strotzt. Da der „Eigentümer“ des Artikels  jegliche Veränderungen am Artikel ablehnt, muss die Besprechung eben hier erfolgen.

GO Transit ist der Betreiber eines öffentlichen Schnellbahnnetzes mit Sitz in Toronto.

Falsch. GO Transit ist das Nahverkehrssystem von Toronto und der umgebenden Gegend. [1]. Eine Reduzierung allein auf das Schnellbahnsystem ist eine fehlerhaft und wird der Bedeutung nicht gerecht.

Das Netz von GO Transit erschließt den Ballungsraum des Greater Toronto Area und des Greater Hamilton Area sowie einige Gemeinden darüber hinaus.

Welches Netz, das Bus- oder das Bahnnetz?

Zum Netz gehören neben Zügen auch Reisebusse.

Wie können Züge und Busse zu einem Netz gehören? Ein Netz besteht aus einzelnen Verkehrslinien. Diese werden natürlich von Bussen und Zügen befahren.

Aufgrund des zentralistischen Streckennetzes enden oder beginnen 96 % aller Zugfahrten in der Union Station…

Ok, das Netz ist zentral auf die Union Station ausgerichtet. Aber deshalb gleich von zentralistisch sprechen? Besser wäre hier, von einem sternförmigen Netz zu sprechen. Die Verlegung auf die einzelnen Zug- und Busfahrten ist unglücklich. Anhand der Linien wäre es besser erklärt.

Auf dem 390 km langen Netz werden großteils diesellokgeführte Doppelstockzüge eingesetzt. Mit den insgesamt 40 Zügen werden 59 Haltestellen auf 7 Linien bedient. Zum Rollmaterial gehören 53 teils dieselelektrische Lokomotiven von Electro-Motive Diesel (F59PH II, III und IV) und seit 2007 von MPI (MP40PH-3C). Die seit 1978 eingeführten 470 Doppelstockwagen stammen größtenteils von Bombardier Transportation.

Ich würde sagen, es werden ausschließlich diesellokbetriebene Doppelstockzüge eingeführt. Ein Verweis auf die Anzahl der Züge ist Unfug, da die Anzahl mit den zur Verfügung stehendem Rollmaterial variiert werden kann. Eventuell meint der Autor, dass täglich 40 Zugkombinationen im Einsatz sind.

Auch verschweigt uns der Autor, dass der Einsatz der Doppelstockwagen von Bombardier ab 1978 relativ revolutionär war. Abgesehen vom Commuterverkehr in Chicago (CBQ) wurde sonst nirgend in diesem Umfang Doppelstockwagen eingesetzt.

…während rund 70 % aller Busfahrten die Stadt Toronto befahren. Die 15 Stationen des 2.512 km langen Netzes werden von 384 Reisebussen (teilweise Doppeldeckerbusse) bedient.

Also irgendwas ist da falsch. Entweder gibt es in Toronto kaum Haltestellen und die Busverbindungen sind mehr Überlandverbindungen oder es müssten wesentlich mehr Haltestellen sein. Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein solches Netz wirtschaftlich ist.

Alles in allem ein mässiger Artikel zu einem Thema welches einen wesentlich besseren Artikel verdient hat. Aber was will man von einem Autor erwarten, der vom Thema keine Ahnung hat, aber wie eine Glucke auf dem Artikel sitzt.

Gerade die geschichtliche Entwicklung wird überhaupt nicht dargestellt. Toronto gilt ja mit seinem öffentlichen Nahverkehrssystem als vorbildlich in Nordamerika. Solche Informationen kann man sich jedoch aus dem Artikel nicht erschließen. Auch die Vorreiterrolle bei der Entwicklung der Commuter-Züge wird nicht deutlich.

Zum Glück ist Wikipedia immer noch frei bearbeitbar, so dass man hoffen kann, dass in ferner Zukunft der Artikel verbessert wird.

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