Liesels Artikel

Beiträge vom April 2009

Schöne neue Welt?

29. April 2009 · Kommentar schreiben

Auch ein Grund bei Wikipedia mitzumachen.

Dan Halberts Weg nach Tycho

Kategorien: Politik · Wikipedia

Go Transit

29. April 2009 · Kommentar schreiben

Urheber:GTD Aquitaine, Lizenz: Public domain

Urheber:GTD Aquitaine, Lizenz: Public domain

Der Wikipedia-Artikel GO Transit ist ein schöner kleiner Stub. Bedauerlich ist jedoch, dass er nur so von Fehlern strotzt. Da der „Eigentümer“ des Artikels  jegliche Veränderungen am Artikel ablehnt, muss die Besprechung eben hier erfolgen.

GO Transit ist der Betreiber eines öffentlichen Schnellbahnnetzes mit Sitz in Toronto.

Falsch. GO Transit ist das Nahverkehrssystem von Toronto und der umgebenden Gegend. [1]. Eine Reduzierung allein auf das Schnellbahnsystem ist eine fehlerhaft und wird der Bedeutung nicht gerecht.

Das Netz von GO Transit erschließt den Ballungsraum des Greater Toronto Area und des Greater Hamilton Area sowie einige Gemeinden darüber hinaus.

Welches Netz, das Bus- oder das Bahnnetz?

Zum Netz gehören neben Zügen auch Reisebusse.

Wie können Züge und Busse zu einem Netz gehören? Ein Netz besteht aus einzelnen Verkehrslinien. Diese werden natürlich von Bussen und Zügen befahren.

Aufgrund des zentralistischen Streckennetzes enden oder beginnen 96 % aller Zugfahrten in der Union Station…

Ok, das Netz ist zentral auf die Union Station ausgerichtet. Aber deshalb gleich von zentralistisch sprechen? Besser wäre hier, von einem sternförmigen Netz zu sprechen. Die Verlegung auf die einzelnen Zug- und Busfahrten ist unglücklich. Anhand der Linien wäre es besser erklärt.

Auf dem 390 km langen Netz werden großteils diesellokgeführte Doppelstockzüge eingesetzt. Mit den insgesamt 40 Zügen werden 59 Haltestellen auf 7 Linien bedient. Zum Rollmaterial gehören 53 teils dieselelektrische Lokomotiven von Electro-Motive Diesel (F59PH II, III und IV) und seit 2007 von MPI (MP40PH-3C). Die seit 1978 eingeführten 470 Doppelstockwagen stammen größtenteils von Bombardier Transportation.

Ich würde sagen, es werden ausschließlich diesellokbetriebene Doppelstockzüge eingeführt. Ein Verweis auf die Anzahl der Züge ist Unfug, da die Anzahl mit den zur Verfügung stehendem Rollmaterial variiert werden kann. Eventuell meint der Autor, dass täglich 40 Zugkombinationen im Einsatz sind.

Auch verschweigt uns der Autor, dass der Einsatz der Doppelstockwagen von Bombardier ab 1978 relativ revolutionär war. Abgesehen vom Commuterverkehr in Chicago (CBQ) wurde sonst nirgend in diesem Umfang Doppelstockwagen eingesetzt.

…während rund 70 % aller Busfahrten die Stadt Toronto befahren. Die 15 Stationen des 2.512 km langen Netzes werden von 384 Reisebussen (teilweise Doppeldeckerbusse) bedient.

Also irgendwas ist da falsch. Entweder gibt es in Toronto kaum Haltestellen und die Busverbindungen sind mehr Überlandverbindungen oder es müssten wesentlich mehr Haltestellen sein. Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein solches Netz wirtschaftlich ist.

Alles in allem ein mässiger Artikel zu einem Thema welches einen wesentlich besseren Artikel verdient hat. Aber was will man von einem Autor erwarten, der vom Thema keine Ahnung hat, aber wie eine Glucke auf dem Artikel sitzt.

Gerade die geschichtliche Entwicklung wird überhaupt nicht dargestellt. Toronto gilt ja mit seinem öffentlichen Nahverkehrssystem als vorbildlich in Nordamerika. Solche Informationen kann man sich jedoch aus dem Artikel nicht erschließen. Auch die Vorreiterrolle bei der Entwicklung der Commuter-Züge wird nicht deutlich.

Zum Glück ist Wikipedia immer noch frei bearbeitbar, so dass man hoffen kann, dass in ferner Zukunft der Artikel verbessert wird.

Kategorien: Wikipedia

Glaubenskriege?

15. April 2009 · Kommentar schreiben

In der Wikipedia schwappt wieder mal die Debatte über Satire in Bezug auf den christlichen Glauben, Atheismus etc. hoch.

Ich halte die Wikipedia für den falschen Ort um satirische Seiten zu erstellen, zu pflegen und weiterzuverbreiten. Die Wikipedia will eine Enzyklopädie schaffen. Dazu gehört, dass sich Personen mit verschiedenen biografischen, gesellschaftlichen und geografischen Hintergründen zusammenarbeiten müssen.

In so einer Situation ist es völlig unkooperativ, wenn man die Möglichkeiten der Wikipedia nutzt, um seine satirische oder vielleicht auch hasserfüllte Ader auszuleben, um irgendetwas zu beweisen oder um das eigene Ego zu befriedigen.

Kurz- und mittelfristig kann dies zu Verstimmungen führen. Langfristig ist jedoch eine Schieflage des gesamten Projektes zu erwarten, falls sich eine Seite mit ihrer Auffassung durchsetzt. So ist mit dem Ausblenden bestimmter Sichtweisen zu rechnen und die Gefahr der Ausrichtung des Projektes in eine bestimmte Richtung. Damit wird einer der Grundsätze (Neutralität) massiv verletzt.

Leider sehen das viele Autoren der Wikipedia anders und sind der Meinung, dass in der Wikipedia alles erlaubt ist. Auch persönliche Angriffe und ad-hominem-Argumente werden in einem gewissen Rahmen geduldet. Das dies nicht im Sinne des Projektes ist, wird von diesen jedoch nicht erkannt. Ihnen geht es eher nach dem Motto, erlaubt ist, was gefällt.

Solch eine Geisteshaltung ist jedoch verantwortungslos, kurzsichtig und egoistisch. Für den Erfolg eines Lachers werden dann halt Lacher auf Kosten anderer Menschen produziert. Unabhängig wer Ziel der Attacke ist, sie ist keineswegs positiv im Sinne der Weiterentwicklung der Wikipedia. Sie macht vielmehr deutlich, dass es weniger um die Durchsetzung der Menschenrechte geht, als vielmehr eine bestimmte Gruppe von Menschen in ein schlechtes Licht zu rücken. Solche Aktionen führen natürlich dazu, dass bestimmte Gruppen in der Wikipedia nicht mitarbeiten (wollen), da sie befürchten müssen, entsprechenden Sanktionen ausgesetzt zu sein.

Unter dem Vorwand der Meinungsfreiheit wird hier bewusst eine Selektion der Autoren versucht.

Kategorien: Wikipedia
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