Gedankensplitter zum Urheberrecht

Vielleicht sollte man es sich einmal auf der Zunge zergehen lassen, was es heisst, wenn ein Werk bis 70 Jahre nach dem Tod geschützt ist. Von heute aus betrachtet, muss diese Person 1941 gestorben sein, damit das Werk gemeinfrei ist. Mal grob gerechnet kann das eine Person sein, die um 1870 geboren wurde, also unser Urur- oder Urgroßvater.

Man kann sich also schon fragen, warum die Ururenkel noch von der Kreativität ihres Vorfahrens profitieren sollen.

Was man beim Urheberrecht derzeit überhaupt außer acht ist, ist die Frage der Schöpfungshöhe. In diesem Bereich ist die Rechtssprechung sehr restriktiv. Hier wäre zu überdenken, ob wirklich jeder Schnappschuss durch eine vollautomatische Kamera wirklich genügend Kreativität des Fotografen enthält um überhaupt ein Urheberrecht beanspruchen zu können

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Über Liesel

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Eine Antwort zu Gedankensplitter zum Urheberrecht

  1. smial schreibt:

    Das ist eine zweischneidige Sache. Die langen Fristen sind unsäglich, das brauchen wir nicht zu diskutieren an dieser Stelle. Die Sache mit dem Schnappschuß einer vollautomatischen Kamera kann man imho nicht in einer Art anders regeln, die für Knipser und Nachnutzer eine Vereinfachung wäre. Heute ist es einfach: Es ist (erkennbar) ein Foto, keine Reproduktion und es steht nicht PD dran -> Urheberrechtlich geschützt. Fertig. Freie oder unfreie Lizenzen sind eine andere Sache und spielen hierbei keine Rolle.

    Will man das in deinem Sinn anders regeln, wird man einen Wust von Klagen, Gegenklagen und Gerichtsentscheidungen erzeugen, nach Möglichkeit mit sich widersprechenden Urteilen, bis sich irgendwann eine Rechtsprechung etabliert hat, die ein Problem löst, das wir mit der alten Regelung gar nicht haben.

    Was aber wäre der Gewinn? Bilder, die eh geringen bis gar keinen Wert für Nachnutzer haben, würden unmittelbar gemeinfrei.

    Wenn solche Schnappschüsse aber doch einen Wert für eine eventuelle Nachnutzung haben sollten, weshalb sollen dann die Urheber ausgeschlossen bleiben? Nur weil sie zufällig die vollautomatische Kamera zum richtigen Zeitpunkt in die richtige Richtung gehalten und das Abdrücken nicht vergessen haben?

    Wenn man einen sinnvollen Interessenausgleich zwischen Autoren/Urhebern und Verwertern/Nachnutzern will, muß man woanders ansetzen, und das sind meiner Meinung nach die Schutzfristen in biblischen Dimensionen, die ganze Bevölkerungsteile kriminalisieren und sowohl die technische als auch die kulturelle Entwicklung massiv behindern.

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