Wer ohne Sünde ist…

In der Landeskirche Sachsen herrscht Chaos.

Einen guten Überblick zum Sachstand findet sich hier.

Egal wie jetzt die Kirchenleitung entscheiden wird, es wird irreparable Folgen für die gesamte Kirche haben.

1. Das Amt des Bischofs wird geschädigt.

Der Bischof wird nicht mehr als integrierende, Brücken bauende und verbindende Persönlichkeit wahrgenommen werden. Bischof wird nie wieder der repräsentierende und integrierende Posten in der Landeskirche, sozusagen der „oberste Hirte“ sein. Er wird in Zukunft als derjenige gelten, der die Positionen der Kirchenmitglieder befürwortet oder ablehnt und somit auch als Polarisations- und Kritikpunkt wahrgenommen werden. Er wird nicht mehr als „oberster Hirte“ aller Kirchenmitglieder akzeptiert werden.

2. Der Nachfolger wird geschädigt.

Dieser gerät genau in diese Konfliktzone und wird es niemanden recht machen können und wird von einer Seite stets große Ablehnung erfahren.

3. Die Landessynode wird geschädigt.

Wie sie auch entscheiden wird. Ihre Entscheidung zum neuen Bischof wird als einseitig angesehen werden. Und dies kann sich auch auf andere Entscheidungen übertragen. Im Zweifel werden dann alle Entscheidungen und Beschlüsse unter einem gewissen parteiischen Blickwinkel gesehen.

4. Das Landeskirchenamt wird geschädigt.

Ähnlich der Sichtweise auf die Synode werden auch die Handlungen des Landeskirchenamtes beurteilt werden. Nichts wird mehr so hingenommen werden. Jede Entscheidung wird als Angriff auf das „eigene Lager“ angesehen werden.

Am Ende wird es zu einer tiefen Spaltung kommen. Entscheidungen wie zur Segnung homosexueller Paare, Umgang mit homosexuellen Pfarrern, ja auch die Strukturreform werden wieder auf die Tagesordnung kommen.

Ja, im Zweifel ist auch mit einer Austrittswelle von konservativen und evangelikalen Christen zu rechnen. Damit geht aber vor allem im Erzgebirge und im Vogtland der aktive, die Kirchgemeinden tragende Teil des Kirchenvolkes. Diese sind es auch, die noch immer für den hohen Gottesdienstbesuch und das vielfältige Kirchenleben stehen.

Die Landeskirche könnte dadurch eine entscheidende, vielleicht sogar angesichts der demografischen Entwicklung, existenzgefährdende Zäsur erfahren.

Es ist nicht so, dass von den Menschen die Landeskirche als „allein seeligmachend“ angesehen wird. Gerade die aktiven Christen wissen sehr wohl, wo in der Umgebung auch außerhalb der Landeskirche lebendige Gemeinden existieren.

Oder wie schon mal im Rahmen der Strukturreform diskutiert wurde: „Manchmal muss altes sterben, damit neues entstehen kann.“

 

Über Liesel

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