Merkel und die Islamisierung des Abendlandes

Derzeit kursiert dieses Video von Angela Merkel im Netz bzw. entsprechende Zeitschriften-Artikel. Interessant in diesem Zusammenhang sind vor allem die vielfältigen Reaktionen in den Kommentarspalten. Da wird dann schon reflexartig betont, dass Deutschland ein säkularer Staat sei, dass man selber mit Religion nix am Hut hätte und auch nicht damit belästigt werden will und was sich Frau Merkel denn einbildet, hier einen Bezug zum Christentum herzustellen etc.

Es lohnt sich, darüber nachzudenken. Als Atheist will man von jeglicher Religion nichts wissen und möchte auch nicht in seinem Alltag mit Religion in Verbindung kommen. Da könnte natürlich eine „Islamisierung“ eine Gefahr darstellen. Jedoch besteht meiner Meinung nach, in dieser Hinsicht keine Gefahr. Das Grundgesetz und auch die anderen Gesetze der Bundesrepublik bieten genügend Sicherheit, dass eine Gefährdung des Atheismus in Deutschland durch Islamisten oder deren Anhänger ausgeschlossen werden kann. Dem Atheisten kann somit das Statement von Frau Merkel am Allerwertesten vorbeigehen. Er muss sich gar nicht angesprochen fühlen.

Eine analoge Sicherheit gibt es natürlich auf für diejenigen, die hier ihren christlichen, jüdischen oder sonstigen Glauben leben. Eventuell fühlen diese sich durch die Aussagen von Frau Merkel eher dazu herausgefordert ihren eigenen Glauben noch offensichtlicher zu leben.

Dann gibt es aber auch noch eine große Menge von Menschen, die vielleicht Kirchensteuer zahlen, zu Weihnachten und/oder Ostern mal in die Kirche gehen, sich selber als Christen bezeichnen oder sehen, denen aber die Inhalte ihres eigenen Glaubens völlig fremd sind. Da kann ich mir gut vorstellen, dass solche Menschen, denen die eigenen (Glaubens-)basis fehlt, angesichts von Menschen mit einem festen (anderen) Glauben Angst bekommen. Sie stehen dann jemanden gegenüber, dem sein Glaube etwas bedeutet und nicht nur eine Tradition ist. Insofern ist Merkels Antwort auch dahingehend zu verstehen, dass die Menschen eben nicht nur vom „Untergang des christlichen Abendlandes“ reden sollten, sondern selber erst einmal unter Beweis stellen, was ihnen das Wort „Christ(lich)“ wert ist. Ist es nur eine Floskel oder eine mit Inhalten gefüllte Bezeichnung.

Hat Frau Merkel hier die Trennung zwischen Religion und Staat überschritten. Ich meine, nein. Als Mitglied der CDU und Tochter eines Pfarrers ist es ein offenes Geheimnis, dass sie sich selber wahrscheinlich als Christ sieht. Insofern ist es auch nicht überraschend, wenn sie sich selber in die Gruppe der Christen einordnet. Alles andere wäre auch wahrheitswidrig. Nur weil zwischen Organisationen der Religion und Staat getrennt wird, bedeutet dass noch lange nicht, dass Funktionsträger der Staatsgewalt ihre religiösen Bekenntnisse verheimlichen müssen. Es wird sich auch nicht verhindern lassen, dass ihr Bekenntnis zum Christentum auch ihre Entscheidungen als Bundeskanzlerin beeinflusst. Alles andere wäre auch Augenwischerei.

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Wohin mit den Flüchtlingen?

Mal ein paar Informationen aus der sächsischen Provinz.

In Sachsen sind die Landkreis dafür verantwortlich die Flüchtlinge unterzubringen. Nur stehen derzeit nicht genug Quartiere zur Verfügung. Deshalb wurden die Gemeinden aufgefordert entsprechende freie Kapazitäten an den Landkreis zu melden bzw. der Landkreis legte fest, für wieviele Personen eine Gemeinde Wohnraum zur Verfügung stellen muss. War Ende 2014 Platz für 5 Personen in unserem 3000-Einwohner-Dorf zu schaffen, sind es jetzt weitere 15 Personen und für 2016 sind noch weitere 16 Plätze zur Verfügung zu stellen. Das Problem ist jedoch, dass die Gemeinde keinen eigenen freien Wohnraum hat. Also den bisherigen Mietern kündigen?

Oder sollen Turnhallen umfunktioniert werden? Nur wo erfolgt dann der Schul- und Vereinssport? Wer macht dann den Sportlern klar, dass sie die Sportanlagen nicht mehr nutzen können?

Aber auch private Vermieter haben keinen freien Wohnraum oder wollen diesen nicht an ihnen unbekannte Personen vermieten.

Hier kommt ein weiteres Problem zu Tage. Es haben die wenigsten Problem eine Flüchtlingsfamilie aufzunehmen. Aber was ist wenn einem 4 Flüchtlinge aus vier verschiedenen Herkunftsländern mit vielleicht noch vier verschiedenen Religionen zugewiesen werden? Die haben sich ja alle lieb.

Und es ist ja einfach auf den Staat und die Verwaltung zu schimpfen. Aber wo sind den die Privatleute, die zu normalen Preisen ihren vielleicht vorhandenen nicht bewohnten Wohnraum anbieten?

Alternativ kann man natürlich auch, wie der Herr Kretschmann fordert, einfach ein paar Lager in den märkischen Sand stampfen. Entsprechende Pläne sind ja seit den 30er in ausreichender Vielfalt vorhanden.

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Fernbus-Haltestellen

Ein paar Gedanken zum Thema Fernbus-Halte, angesichts dieses Artikels.

Es ist schon interessant, wie schnell Unternehmer immer wieder nach dem Staat rufen, dass dieser für sie Dinge erledigt. Dass verbessert natürlich nachhaltig das Geschäftsergebnis. Es ist jedoch nicht Aufgabe des Staates, der Länder oder der Kommunen dafür zu sorgen, dass Unternehmen auf ihre Kosten Gewinne einfahren.

Nur mal zum Vergleich, auch Bahnhofe im Schienenverkehr wurden in der Regel von den Schienenverkehrsunternehmen gebaut und unterhalten. Warum soll das nicht auch für Fernbusunternehmen gelten?

Der Vergleich mit dem Nahverkehr hinkt hier. Der Nahverkehr erfolgt in der Regel im Auftrag und auf Kosten der Kommunen. Da ist es logisch, dass diese auch die Kosten für Haltestellen tragen.

Warum also sollten die Fernbusunternehmen nicht ihre eigenen Haltestellen errichten. Beim großen Vorbild Amerika (Greyhound) funktioniert das doch auch.

Aber wie schon gesagt, in Deutschland wird schnell nach dem Staat gerufen, als selber aktiv zu werden. Der Begriff Unternehmer kommt zwar davon, dass er was unternimmt. Aber meistens reicht dieses Unternehmen nur für Forderungen an den Steuerzahler.

Armes Deutschland, wo immer noch die Steuerzahler die Unternehmen subventionieren.

 

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Die Trennung der Wikipedia

Angesichts des Beharrungsvermögens einiger Wikipedia-Benutzer an ihrer alten Oberfläche und der fast völligen Verweigerung von Design- und Softwareveränderungen sollte die Wikimedia Foundation die Projekte und vor allem die Software-Lösung noch mal neu durchdenken.

Meine radikale Idee ist die totale Trennung zwischen Inhalt und Design. Durch die Wikimedia wird nur noch ein Datenzugang für jeden angeboten. Drittanbieter oder auch Wikimedia selbst bieten dann eigenständige Oberflächen an. So könnte dann Wikimedia neben der derzeitigen Oberfläche auch eine neue Oberfläche anbieten. Oder auch ein Projekt wie „WikiWand“ könnte dann nicht nur zur Anzeige sondern auch zur Bearbeitung der Artikel dienen.

Eine solche radikale Lösung wird zwar im ersten Moment zu ein paar Problemchen führen, da ein „gestalteter“ Artikel je nach Anwendung anders aussehen könnte und sich dann Nutzer in die Haare bekommen. Aber das haben wir ja jetzt auch schon.

Schwieriger wird es höchstens, wenn es Fragen zu einzelnen Anwendungsfunktionen gibt. Hier gibt es keine für alle verbindlichen Auskünfte mehr, sondern nur noch für die spezielle Endanwendung.

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Die Unwahrheiten der WMF-Mediaviewer-Hasser

In der deutschsprachigen Wikipedia macht inzwischen ein Hass-Mob gegen die Wikimedia Foundation, den von ihr entwickelten Mediaviewer sowie gegen alle Autoren die nicht ihrer Meinung sind, die Runde.

Dabei schrecken die Accounts auch nicht vor offensichtlichen Lügen zurück. So wird behauptet, dass es durch den Einsatz des Mediaviewers zu massenhaften Verletzungen des Urheberrechtes käme. Dabei wird aber nicht erwähnt, dass es auch bisher in großem Umfang zu Urheberrechtsverletzungen bei der Nachnutzung von Bilder aus der Wikipedia oder von Commons kam und kommt.

Bisher gibt es gar keine Fakten, dass durch die Nutzung des Mediaviewers sich die Quote der Urheberrechtsverletzungen nachweislich verschlechtert hat. Aber das stört die Akteure dieser Anti-MV-Kampagne nicht im geringsten.

Das sieht man auch daran, dass einfachste Fakten unterdrückt und ignoriert werden.

Hierzu zwei Screenshot.

Mediaviewer GC Wikipedia Vorschau GC

Im ersten Screenshot mit dem Mediaviewer sieht man das Creative-Commons-Signets und der entsprechenden Lizenzversion, dazu ein Link „Diese Datei verwenden“.

Im zweiten Screenshot sehen wir, wie die herkömmliche Bildbeschreibungsseite beim Aufruf aussieht. Angaben zur Lizenz oder zur Nachnutzung sind überhaupt nicht sichtbar. Dazu muss der Nachnutzer erst mal scrollen. (Ob er das wirklich tut, bevor er das Bild mit copy&paste kopiert?)

Auch wenn jemand nicht weiß, was Creative Commons bedeutet, halte ich es für eine sehr gewagte These, dass früher die Urheberrechte mehr beachtet wurden als mit dem Mediaviewer, als auf dem ersten Blick gar keine Angaben zur Lizenz zu sehen waren.

Natürlich kann man am Mediaviewer einiges kritisieren. Aber in meinen Augen ist er wesentlich besser als die bisherige Bildbeschreibungsseite.

Auf der Diskussionsseite von AFBorchert wird behauptet, dass durch spezielle Wikimedia-Hacks die Nachnutzung nicht mehr möglich ist.

Es ist richtig, dass für die Wikimedia-Projekte inzwischen eine ganze Anzahl an Erweiterungen genutzt werden. Und ich kann es mir gut vorstellen, dass es da unter Umständen zu Problemen bei anderen Wikis kommen kann, wenn eine Erweiterung nicht installiert ist. Außerdem ist schon seit längerem die Wikipedia-Mediawiki-Version eine Vorabversion (sowas wie eine ständige Beta-Version). Auch dadurch könnten Kompatibilitätsprobleme auftreten. Aber ich denke das wird nur in ganz selten Fällen so sein.

Das Bilddateien (Commons) und Daten (Wikidata) ausgelagert wurden und werden ist ein anderes Problem. Aber inzwischen kann man problemlos Commons-Bilder in anderen Wikis einbinden und ich kann mir vorstellen, dass dies in Zukunft auch mit Wikidata-Daten möglich ist.

In meinen Augen produzieren aber die größten Inkompatibilitäten die Benutzer der Wikipedia selber. Da werden aufwändige Vorlagen programmiert, die über mehrere Unterseiten verfügen oder auf andere Vorlagen zurückgreifen. Bei einer solchen Komplexität ist es dann kein Wunder, dass Nachnutzer Probleme haben. Dies ist jedoch nicht die Schuld der WMF sondern die Schuld der Wikipedia-Vorlagen-Ersteller, also der ganz normalen Wikipedia-Benutzer.

Oder es werden projektspezifische Anpassungen der css- und js-Dateien vorgenommen um spezielle Wünsche der Wikipedia-Benutzer zu realisieren. Auch hier ist es für Nachnutzer schwierig herauszufinden, welche Änderungen dies sind. Am Ende tragen die Schuld daran aber die Wikipedia-Benutzer und die Wikipedia-Administratoren, die diese Datei-Änderungen vorgenommen haben.

Wie man sieht wird hier versucht, der Wikimedia Foundation schädliches Verhalten vorzuwerfen, das aber ursächlich bei den Wikipedia-Benutzer zu finden ist.

Aber es zeigt sich wieder mal deutlich, dass im Krieg die Wahrheit auf der Strecke bleibt.

Noch eine kleine Ergänzung. Klaus Graf behauptet in seinem Blog Archivalia am 13. August 2014, dass das Einbetten über die entsprechende Mediaviewer-Funktion nicht urheberrechtskonform wäre.

Folgendes Ergebnis ergibt sich durch das Einbetten des entsprechenden HTML-Codes:

Liesel 24-09-2011 Schloss Burgk.jpg
Liesel 24-09-2011 Schloss Burgk“ von Liesel – eigenes Foto. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Wo liegen also die von Graf behaupteten Probleme? Der Urheber ist angegeben, die Lizenz ist angegeben, mit Link zum Lizenztext und die Herkunft des Bildes.

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