Fernbus-Haltestellen

Ein paar Gedanken zum Thema Fernbus-Halte, angesichts dieses Artikels.

Es ist schon interessant, wie schnell Unternehmer immer wieder nach dem Staat rufen, dass dieser für sie Dinge erledigt. Dass verbessert natürlich nachhaltig das Geschäftsergebnis. Es ist jedoch nicht Aufgabe des Staates, der Länder oder der Kommunen dafür zu sorgen, dass Unternehmen auf ihre Kosten Gewinne einfahren.

Nur mal zum Vergleich, auch Bahnhofe im Schienenverkehr wurden in der Regel von den Schienenverkehrsunternehmen gebaut und unterhalten. Warum soll das nicht auch für Fernbusunternehmen gelten?

Der Vergleich mit dem Nahverkehr hinkt hier. Der Nahverkehr erfolgt in der Regel im Auftrag und auf Kosten der Kommunen. Da ist es logisch, dass diese auch die Kosten für Haltestellen tragen.

Warum also sollten die Fernbusunternehmen nicht ihre eigenen Haltestellen errichten. Beim großen Vorbild Amerika (Greyhound) funktioniert das doch auch.

Aber wie schon gesagt, in Deutschland wird schnell nach dem Staat gerufen, als selber aktiv zu werden. Der Begriff Unternehmer kommt zwar davon, dass er was unternimmt. Aber meistens reicht dieses Unternehmen nur für Forderungen an den Steuerzahler.

Armes Deutschland, wo immer noch die Steuerzahler die Unternehmen subventionieren.

 

Veröffentlicht unter Nachrichten, Politik | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen

Die Trennung der Wikipedia

Angesichts des Beharrungsvermögens einiger Wikipedia-Benutzer an ihrer alten Oberfläche und der fast völligen Verweigerung von Design- und Softwareveränderungen sollte die Wikimedia Foundation die Projekte und vor allem die Software-Lösung noch mal neu durchdenken.

Meine radikale Idee ist die totale Trennung zwischen Inhalt und Design. Durch die Wikimedia wird nur noch ein Datenzugang für jeden angeboten. Drittanbieter oder auch Wikimedia selbst bieten dann eigenständige Oberflächen an. So könnte dann Wikimedia neben der derzeitigen Oberfläche auch eine neue Oberfläche anbieten. Oder auch ein Projekt wie „WikiWand“ könnte dann nicht nur zur Anzeige sondern auch zur Bearbeitung der Artikel dienen.

Eine solche radikale Lösung wird zwar im ersten Moment zu ein paar Problemchen führen, da ein „gestalteter“ Artikel je nach Anwendung anders aussehen könnte und sich dann Nutzer in die Haare bekommen. Aber das haben wir ja jetzt auch schon.

Schwieriger wird es höchstens, wenn es Fragen zu einzelnen Anwendungsfunktionen gibt. Hier gibt es keine für alle verbindlichen Auskünfte mehr, sondern nur noch für die spezielle Endanwendung.

Veröffentlicht unter Wikipedia | Verschlagwortet mit , , | 1 Kommentar

Die Unwahrheiten der WMF-Mediaviewer-Hasser

In der deutschsprachigen Wikipedia macht inzwischen ein Hass-Mob gegen die Wikimedia Foundation, den von ihr entwickelten Mediaviewer sowie gegen alle Autoren die nicht ihrer Meinung sind, die Runde.

Dabei schrecken die Accounts auch nicht vor offensichtlichen Lügen zurück. So wird behauptet, dass es durch den Einsatz des Mediaviewers zu massenhaften Verletzungen des Urheberrechtes käme. Dabei wird aber nicht erwähnt, dass es auch bisher in großem Umfang zu Urheberrechtsverletzungen bei der Nachnutzung von Bilder aus der Wikipedia oder von Commons kam und kommt.

Bisher gibt es gar keine Fakten, dass durch die Nutzung des Mediaviewers sich die Quote der Urheberrechtsverletzungen nachweislich verschlechtert hat. Aber das stört die Akteure dieser Anti-MV-Kampagne nicht im geringsten.

Das sieht man auch daran, dass einfachste Fakten unterdrückt und ignoriert werden.

Hierzu zwei Screenshot.

Mediaviewer GC Wikipedia Vorschau GC

Im ersten Screenshot mit dem Mediaviewer sieht man das Creative-Commons-Signets und der entsprechenden Lizenzversion, dazu ein Link „Diese Datei verwenden“.

Im zweiten Screenshot sehen wir, wie die herkömmliche Bildbeschreibungsseite beim Aufruf aussieht. Angaben zur Lizenz oder zur Nachnutzung sind überhaupt nicht sichtbar. Dazu muss der Nachnutzer erst mal scrollen. (Ob er das wirklich tut, bevor er das Bild mit copy&paste kopiert?)

Auch wenn jemand nicht weiß, was Creative Commons bedeutet, halte ich es für eine sehr gewagte These, dass früher die Urheberrechte mehr beachtet wurden als mit dem Mediaviewer, als auf dem ersten Blick gar keine Angaben zur Lizenz zu sehen waren.

Natürlich kann man am Mediaviewer einiges kritisieren. Aber in meinen Augen ist er wesentlich besser als die bisherige Bildbeschreibungsseite.

Auf der Diskussionsseite von AFBorchert wird behauptet, dass durch spezielle Wikimedia-Hacks die Nachnutzung nicht mehr möglich ist.

Es ist richtig, dass für die Wikimedia-Projekte inzwischen eine ganze Anzahl an Erweiterungen genutzt werden. Und ich kann es mir gut vorstellen, dass es da unter Umständen zu Problemen bei anderen Wikis kommen kann, wenn eine Erweiterung nicht installiert ist. Außerdem ist schon seit längerem die Wikipedia-Mediawiki-Version eine Vorabversion (sowas wie eine ständige Beta-Version). Auch dadurch könnten Kompatibilitätsprobleme auftreten. Aber ich denke das wird nur in ganz selten Fällen so sein.

Das Bilddateien (Commons) und Daten (Wikidata) ausgelagert wurden und werden ist ein anderes Problem. Aber inzwischen kann man problemlos Commons-Bilder in anderen Wikis einbinden und ich kann mir vorstellen, dass dies in Zukunft auch mit Wikidata-Daten möglich ist.

In meinen Augen produzieren aber die größten Inkompatibilitäten die Benutzer der Wikipedia selber. Da werden aufwändige Vorlagen programmiert, die über mehrere Unterseiten verfügen oder auf andere Vorlagen zurückgreifen. Bei einer solchen Komplexität ist es dann kein Wunder, dass Nachnutzer Probleme haben. Dies ist jedoch nicht die Schuld der WMF sondern die Schuld der Wikipedia-Vorlagen-Ersteller, also der ganz normalen Wikipedia-Benutzer.

Oder es werden projektspezifische Anpassungen der css- und js-Dateien vorgenommen um spezielle Wünsche der Wikipedia-Benutzer zu realisieren. Auch hier ist es für Nachnutzer schwierig herauszufinden, welche Änderungen dies sind. Am Ende tragen die Schuld daran aber die Wikipedia-Benutzer und die Wikipedia-Administratoren, die diese Datei-Änderungen vorgenommen haben.

Wie man sieht wird hier versucht, der Wikimedia Foundation schädliches Verhalten vorzuwerfen, das aber ursächlich bei den Wikipedia-Benutzer zu finden ist.

Aber es zeigt sich wieder mal deutlich, dass im Krieg die Wahrheit auf der Strecke bleibt.

Noch eine kleine Ergänzung. Klaus Graf behauptet in seinem Blog Archivalia am 13. August 2014, dass das Einbetten über die entsprechende Mediaviewer-Funktion nicht urheberrechtskonform wäre.

Folgendes Ergebnis ergibt sich durch das Einbetten des entsprechenden HTML-Codes:

Liesel 24-09-2011 Schloss Burgk.jpg
Liesel 24-09-2011 Schloss Burgk“ von Liesel – eigenes Foto. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Wo liegen also die von Graf behaupteten Probleme? Der Urheber ist angegeben, die Lizenz ist angegeben, mit Link zum Lizenztext und die Herkunft des Bildes.

Veröffentlicht unter Wikipedia | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen

Wikipedia – der Nabel der Welt.

Auf Grund des Einschreitens der Wikimedia Foundation im Rahmen der Komplettsperrung des Mediaviewers in der deutschsprachigen Wikipedia mit dem neu geschaffenen Superprotect-Recht wird erneut und heftig die Beziehung zwischen der Foundation und den einzelnen Projekten diskutiert. Benutzer:Sicherlich stellt dabei die wichtige Frage: „Wie war das früher und warum ist das heute nicht mehr so?

Ich glaube das ist nicht einfach zu beantworten. Die einen meinen, es liegt daran, dass die Foundation ihre Verbindung zu den Autoren verloren hat und in ihrer eigenen Welt fernab in San Francisco lebt und gar nicht mehr mitbekommt was notwendig und nötig ist.

Ich denke, dass ist wesentlich kompliziert. Auf der einen Seite stehen Autoren die seit 10 und mehr Jahren in den Projekten aktiv sind. Sie haben sich „eingerichtet“ und sind mit mehr oder weniger allen Finessen der Softwareumgebung vertraut, nutzen verschiedene Zusatzprogramme (Tools, Scripte etc.) um ihre Arbeit zu erleichtern. Auch haben sich in den letzten Jahren Hierarchien in den Projekten gebildet, es entstanden Anforderungen an die Artikel (Relevanzkriterien, Namenskonventionen etc.) sowie mit Unterstützung der Chapters im deutschsprachigen Raum auch eine Fördermöglichkeit für die Autoren. Dies betrifft zwar vor allem den Fotobereich, da das Bezahlen von Autoren immer noch anrüchig ist.

Andererseits ist die Foundation nicht mehr die kleine Förderstiftung zum Erhalt der Server. Durch die enorm gewachsenen Spenden entstand auch eine größere Verwaltung und die Notwendigkeit dieses Geld auszugeben. Wurde einerseits versucht neue Autoren zu gewinnen, in dem verschiedene Kampagnen liefen (Global South, Gender Gap) ist andererseits auch die Fortentwicklung der Software notwendig.

Womit ich jetzt zum aktuellen Diskussionpunkt komme. War die MediaWiki-Software-Entwicklung früher mehr oder weniger ein Projekt von Ehrenamtlichen so wird es heute auch von etlichen bezahlten Programmierern mitgestaltet. Anfänglich krankte die Software unter vielen Bugs und die Beseitigung dauerte manchmal Jahre, da die Programmierer gerade anderes machten und dazu keine Lust hatten. Die Autoren richteten sich damit ein und lebten mit den kleinen und großen Fehlerchen und jubelten, wenn mal einer beseitigt wurde. Das bedeutete aber auch, dass bis vor wenigen Jahren das Design noch auf dem Stand der 1990er Jahre war und auch die Benutzung der Software eigentlich nur mit bestimmten Helferlein (Gadgets) einen wirklich guten Work-flow erlaubte. Inzwischen wurden seitens der Foundation bezahlte Programmierer angestellt, dass ermöglicht nicht nur eine kontinuierliche Fortentwicklung und Pflege der Software sondern nunmehr auch die Möglichkeit, einer Komplettüberarbeitung mit der Anpassung an die neuen Anforderungen durch mobile Endgeräte (Smartphones, Tablets).

Mit dieser Entwicklung einher geht aber auch eine gewisse Distanz zwischen den Autoren und den Entwicklern der Software. War früher so mancher Autor noch nebenher Entwickler, so ist das heute kaum noch der Fall. Somit geht auch ein gewisser Informationsfluss zwischen den Autoren und der Softwareentwicklung verloren. Die Autoren haben dadurch den Eindruck, es wird etwas entwickelt, was sie nicht benötigen, weil sie ja mit dem bisherigen gut leben konnten. Damit verbunden ist natürlich auch eine gewisse Gewöhnung. Größere Softwareänderungen erfordern eventuell Änderungen am eigenen Nutzerverhalten. Andererseits werden auch die Anforderungen an die Software höher. Nahm man früher den einen oder anderen Bug hin und hoffte darauf, dass er zeitnah beseitigt wird, wird heute von manchen Autoren eine weitgehend bugfreie Software erwartet.

Durch die Trennung zwischen Autoren und Entwicklern ist aber auch ein anderer Prozess eingetreten. War es früher einfacher, bestimmte Entwicklungen anzuschieben oder Softwareverbesserungen einzubringen, ist das heute schwerer. So kommen sich im Gegensatz zu früher, viele Autoren den Softwareentwicklern ausgeliefert vor. Dazu kommt noch, dass im Gegensatz zum Mitspracherecht im Projekt, das Mitspracherecht bezüglich der Softwareentwicklung schon immer relativ eingeschränkt war. Dieser Eindruck wird jetzt noch dadurch verstärkt, dass irgendwo eine Software-Abteilung sitzt, die kommunikativ nicht erreichbar ist.

Mein Eindruck ist, dass sich im Grunde wenig grundsätzliches geändert hat, was den jetzigen Konflikt irgendwie begründen könnte. Meiner Meinung nach liegt der Konflikt eher darin begründet, dass eine gewisse Inflexibilität bei den Autoren eingetreten ist. Man ist nicht mehr so einfach bereit, sich auf Neues einzulassen und auch mal gewissen Einschränkungen hinzunehmen. Im Gegenteil, man erwartet gar keine großen Neuerungen mehr und hofft auf absehbare Zeit, dass der Status Quo bestehen bleibt.

Aber war früher die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit ein Vorteil der Wikipedia um neue Autoren zu gewinnen, ist dieser Stillstand meiner Meinung nach ursächlich für den schleichenden Rückgang von Autoren. Während alte Autoren weggehen, lassen sich nur wenige neue Autoren für die eingeschliffenen Verhältnisse in der Wikipedia begeistern.

Veröffentlicht unter Wikipedia | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen

US-Kreuze und andere Probleme

In der Wikipedia toben nun schon seit einigen Monaten bzw. Jahren die Kriege um die Markierung von Geburts- und Todesdatum (*/ †) und die Bezeichung us-amerikanisch/amerkanisch.

Die Standpunkte für beide Seiten sind weitgehend ausgetauscht und neue Argumente sind ganz selten noch zu erwarten.

Im Grunde handelt es sich um ein- und das selbe Problem. Auf der einen Seite stehen Autoren, die sich um die Inhalte und Gestaltung der Artikel gedanken gemacht haben und entsprechendes Fachwissen verfügen. Auf der anderen Seite stehen dann eher diejenigen, die eine Einheitlichkeit und Eindeutigkeit wollen.

Ohne jetzt bezüglich der einzelnen Argumente ins Detail gehen zu wollen, ist eine Lösung derzeit nicht in Sicht. Beide Seiten haben sich so sehr investiert, dass ein Zurückgehen, als Niederlage empfunden wird. Ja selbst ein irgendwie ausgehandelter Kompromiss würde als Niederlage angesehen werden.

Ich habe auch keine Lösung. Aber die Probleme sind symptomatisch für den derzeitigen Zustand der Wikipedia.
– eine Marginalität wird (auch mittels Störsockenpuppen) zur Eskalation gebracht
– eine nahezu unversöhnliche und kompromisslose Grundeinstellung alle Beteiligten
– das Unterschiedliche wird mehr betont als das Gemeinsame
– es ist wichtiger den „Feind“ zu vernichten, als durch einen Kompromiss einen Autor für die Wikipedia zu erhalten

In diesem „Krieg“ gibt es nur einen Verlierer, die Menschheit selbst.
Durch das Wegbleiben von Autoren, wird Wissen nicht der Wikipedia gespendet und damit nicht für die Menschheit frei verfügbar.

Veröffentlicht unter Wikipedia | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar